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Die Bewohner haben die Jahresarbeitszahlen selbst in der Hand.

Würden Sie in einem Passivhaus die Fenster zum Lüften dauergekippt lassen? Das verbietet schon im Ansatz der gesunde Menschenverstand. Bei einer Wärmepumpe sind auch ein paar Dinge zu beachten, die einen Einfluss auf die Jahresarbeitszahl mit sich bringen:

- Die Auslegung der Raumtemperaturen bei der Berechnung von Wärmebedarf und Heizlast erfolgt meist nach DIN, also z.B. 20 °C für die Wohnräume. Selbstverständlich kann man mit einer Wärmepumpe die Räume auch auf 26 °C heizen, allerdings sind die Konsequenzen dann höhere Heizkosten und eine schlechtere Jahresarbeitszahl.

- Warmwasserbereitung: Wer viel und ausgiebig badet und das Warmwasser von der Wärmepumpe erwärmt wird, nimmt damit natürlich Einfluss auf die Jahresarbeitszahl. Bei einem hohen Wasserverbrauch ist auch die Jahresarbeitszahl einer WWP höher, die Stillstandsverluste sind relativ kleiner.

- Falsches Lüften oder kontrollierte Wohnraumlüftungen mit zu hohen Luftwechselraten schlagen sich genauso in der Jahresarbeitszahl nieder. Beheizte Räume weisen im Winter oft eine zu trockene Luft auf, Schimmel ist meist ein Zeichen von Baumängeln. Wenn die Luftfeuchte im Haus zu hoch ist, sollte dann gelüftet werden, wenn die Aussenluft am trockensten ist, also morgens wenn sie kalt ist. Luftwechselraten von kontrollierten Wohnraumlüftungen sollten auf das notwendige Minimum beschränkt werden. Oft reicht auch der Einsatz von dezentralen Geräten in den Räumen mit hoher Feuchte, etwa dem Bad oder dem Elternschlafzimmer.

- Die Heizungseinstellung, ob Flächenheizung und Heizkörper, ist den Betriebsbedingungen einer Wärmepumpe entsprechend vorzunehmen. Die Raumtemperatur wird dabei nicht über die Heizungsventile vorgenommen, sondern über die Vorlauftemperatur, die die witterungsgeführte Steuerung der Wärmepumpe automatisch liefert. Dabei sind die Ventile bis auf Räume, in denen eine niedrigere Temperatur gewünscht wird, in voll geöffneten Zustand zu betreiben. Nachtabsenkungen erweisen sich meist als nicht sinnvoll, eine konstante Beheizung auf gleichmäßigem Niveau vermeidet das Wiederaufheizen zu schlechteren Arbeitsbedingungen für die Wärmepumpe.