Wärmenutzung PDF Drucken E-Mail

Die Wärmenutzung - Flächenheizung, Heizkörper - hat einen entscheidenden Einfluss auf die Jahresarbeitszahl.

Ziel muss einfach sein, mit möglichst geringen Vorlauftemperaturen auszukommen.

Flächenheizung:

Meist werden Flächenheizungen auf 35 °C Vorlauftemperatur ausgelegt. Bei einer Wärmepumpe sollten es aber maximal 30 °C sein. Auch wenn von vielen Installateuren bezweifelt wird, dass sich ein Haus mit solch niedrigen Temperaturen warm bekommen lässt, es funktioniert bestens. Nötig sind dichte Verlegeabstände einer Fußbodenheizung, z.B. 10 cm in den Räumen. Bäder erfordern wegen der höheren Raumtemperatur noch dichtere Verlegeabstände, am besten 5 cm. Dazu installiert man sinnvoller Weise noch einen Kreis Wandheizung hinter der Badewanne oder einen Handtuchheizkörper.

Keramische Beläge haben einen besseren Wärmedurchgang als Holz oder Teppich und liefern dadurch eine höhere Oberflächentemperatur. Bei Parkett oder Laminat ist darauf zu achten, dass dieses möglichst dünn gewählt wird. Außerdem ist eine vollflächige Verklebung unerlässlich.

Die EnEV schreibt den Einsatz von selbsttätig wirkenden Thermostaten für jeden Heizkreis vor. Eine optimierte Hydraulik bedingt viele Heizkreise, was ebenso viele Thermostate zur Folge hat, die Strom verbrauchen. Und die Thermostate zerstören den Selbstregeleffekt einer Fußbodenheizung! Der Umstand, dass Heizkreise bei Sonneneinstrahlung geschlossen werden, hat mehrere Folgen:

- Die von der Sonne gelieferte Wärme wird nicht mehr über die Fußbodenheizung abgeführt und kommt damit nicht gratis den übrigen Räumen zu Gute.

- Der Volumenstrom der Fußbodenheizung sinkt, damit verschlechtern sich die Betriebsbedingungen für die Wärmepumpe, die Arbeitszahl sinkt.

In der Summe kann die Jahresarbeitszahl durch den Einsatz der Thermostate bis zu 1/3 schlechter ausfallen! Deshalb sollte auf den Einsatz der Thermostatköpfe unbedingt verzichtet werden.

De facto wird hier die Jahresarbeitszahl per Vorschrift im Negativen beeinflusst. Das Problem hat die Ursache darin, dass die Vorschrift nicht für Niedrigst-Flächenheizungen, wie sie bei Wärmepumpen sinnvoll sind, geschaffen wurde. Leider stehen die Hersteller von Flächenheizsystemen einer Änderung aus technischen und kaufmännischen Gründen ablehnend gegenüber. Es besteht allerdings die Möglichkeit, sich bei Landratsämtern von der Vorschrift befreien zu lassen. 

Heizkörper:

In Neubauten verbieten sich Heizkörper (HK) für den Betrieb mit einer Wärmepumpe von selbst. Es macht überhaupt keinen Sinn, HK mit Flächenheizung zu mischen. Die Mehrkosten bei Heizkörpern für zusätzlichen Pufferspeicher, Verrohrung und Entladepumpe wiegen eine vermeintliche Einsparung mehr als auf. Noch schlimmer, wenn wenige Heizkörper über einen Mischer mit einer Flächenheizung kombiniert werden, ihr Vorteil der geringeren Vorlauftemperaturen wäre damit weitestgehend ruiniert.

In Bestandsbauten sind die Heizkörper auf Eignung zu prüfen um eine gut nutzbare Systemtemperatur zu erreichen, diese sollte in jedem Fall unter 50 °C bleiben. Heizkörper sind oft überdimensioniert, weil sie an die Fensterflächen angepasst wurden. Diese Überdimensionierung wirk sich positiv auf die  gewünschten niedrigeren Vorlauftemperaturen aus.

Arbeitet der Heizkörper bisher nur mit halb geöffnetem Thermostatventil, kann dieses für die Wärmepumpe ganz geöffnet und gleichzeitig die Temperatur gesenkt werden. Selbstverständlich muß in jedem Raum der Heizbedarf im Verhältnis zur gewünschten Systemtemperatur geprüft werden. Normalerweise erweisen sich nur wenige der Radiatoren als ausgereizt, gerade in den Schlafzimmern werden oft geringere Raumtemperaturen gewünscht und können mit bestehenden Heizkörpern leicht mit niedrige Vorlauftemperaturen erreicht werden. Erweisen sich Heizkörper als zu klein, weil der Raum mit der gewünschten Systemtemperatur nicht mehr warm genug wird, können diese entweder gegen größere, effektivere getauscht oder durch Gebläsekonvektoren ersetzt werden. Gebläsekonvektoren arbeiten bei kleineren Dimensionen wesentlich effizienter und benötigen daher nur geringe Vorlauftemperaturen. Gleichzeitig bieten sie die Möglichkeit, im Sommer auch zu kühlen. Dieser Umstand wird gerne in heißen Dachgeschoßen genützt, um auf diesem Weg eine gute Klimatisierung zu geringsten Kosten zu erhalten.

Da der Kühlbetrieb aber Energie verbraucht und nicht zur Beheizung beiträgt, verschlechtert er die Jahresarbeitszahl!

Die Kosten für den Austausch einiger Heizkörper relativieren sich sehr schnell. Zum einen durch die sinkenden Betriebskosten, zum anderen durch eine geringere Leistung, die die Wärmepumpe durch den geringeren Temperaturhub erzielen muss. Das hat Folgen für die Wärmequelle, die dadurch kleiner ausfallen kann.